Pfadfinden zwischen Skyline, Altstadt und Panamakanal
Über Nacht ging es für mich weiter nach Panama. Als ich am frühen Morgen ankam, lag Panama-Stadt bereits im warmen Sonnenlicht. Nach den intensiven Tagen in Bolivien fühlte sich schon die Luft anders an: Während Bolivien mit seinen Höhenlagen, trockeneren Regionen und spürbar kühleren Nächten geprägt war, empfing mich Panama mit tropischer Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und einer ganz anderen Lebendigkeit. Es war, als würde die Reise mit jedem Land nicht nur neue Landschaften, sondern auch ein neues Klima, einen neuen Rhythmus und eine neue Atmosphäre mit sich bringen.
Der Empfang durch die Pfadfinder*innen vor Ort war sehr herzlich. Ich konnte in einem Vorort der Hauptstadt wohnen und bekam dadurch direkt einen ersten Eindruck vom Alltag abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. Schon am ersten Tag machten wir uns gemeinsam auf den Weg ins historische Stadtzentrum von Panama-Stadt: Casco Viejo. Zwischen kolonialen Fassaden, engen Gassen, kleinen Plätzen und dem Blick auf das moderne Panama wurde schnell spürbar, wie viele unterschiedliche Geschichten in dieser Stadt zusammenkommen.
Panama-Stadt selbst zeigte sich als beeindruckende moderne Metropole. Neben der historischen Altstadt prägen heute Hochhäuser, Banken, Verkehr und eine markante Skyline das Bild. Die Stadt ist das wichtigste kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes und wirkt an vielen Stellen international, dynamisch und voller Bewegung.
Besonders spannend war für mich auch das Treffen mit Diana Carrillo, der Leiterin des World Scout Bureau Interamerica Support Center in Panama und ihrem Team. Ich durfte ihnen unser Projekt vorstellen, von unserer bisherigen Reise erzählen und mich mit ihnen über die internationale Pfadfinderbewegung, ihre Arbeit in der Region und die verbindende Kraft des Pfadfindens austauschen.
Pfadfinden.
Am Wochenende konnte ich zwei Pfadfinder*innenstämme bei ihren Gruppenstunden begleiten. Auch hier war sofort diese besondere Energie zu spüren, die wir auf unserer Reise schon in so vielen Ländern erleben durften: viele Spiele, viel Lachen, große Offenheit und eine tolle Stimmung. Einer der Stämme war an einer griechischen Schule beheimatet. Dadurch hatte das Treffen einen sichtbaren griechischen Einfluss, was man auch auf den Bildern gut erkennen kann.
Für mich war das ein schöner und überraschender Moment, weil es mich direkt an unsere intensive und herzliche Zeit in Griechenland zurückerinnerte. Natürlich hatte ich auch einige Spiele im Gepäck, die ich mit den Gruppen teilen konnte und so entstand schnell ein lebendiger Austausch, bei dem alle gemeinsam ausprobierten, lachten und miteinander in Bewegung kamen.
Wie bei jedem unserer Stopps durften wir auch hier ein Rezept, eine Spielidee und eine besondere Pfadfinde*innenraktion aus Panama mitnehmen, als Inspiration für Gruppenstunden und interkulturellen Austausch.
Spiel Panama - Manschafftsballspiel
Herkunftsland: Panama
Kurzbeschreibung:
Quemados ist ein bewegungsreiches Ballspiel für zwei Teams. Ziel ist es, Spieler*innen des gegnerischen Teams mit einem weichen Ball zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. Wer getroffen wird, ist „quemado“, also „verbrannt“, und scheidet je nach Variante aus oder wechselt in eine Außenzone. Das Spiel fördert Reaktionsfähigkeit, Fairness, Teamgeist und Aufmerksamkeit.
Für die Gruppenstunde empfiehlt sich eine sichere Variante mit einem weichen Ball, klaren Spielfeldgrenzen und der Regel, dass nicht auf Kopf oder Gesicht geworfen werden darf.
Spieleranzahl: Mindestens 8 Spieler*innen
Dauer:
20 Minuten
Spielanleitung:
- Zuerst wird ein Spielfeld markiert und in zwei gleich große Hälften geteilt. Die Gruppe wird in zwei Teams eingeteilt. Jedes Team startet in seiner eigenen Spielfeldhälfte.
- Zu Beginn liegt ein weicher Ball in der Mitte des Feldes oder wird von der Spielleitung eingeworfen. Die Teams versuchen nun, Spieler*innen des anderen Teams mit dem Ball zu treffen. Wer direkt von einem Ball getroffen wird, ist „quemado“ (verbrannt).
- In der einfachen Variante verlässt die getroffene Person kurz das Spielfeld und stellt sich an den Rand. Nach einer festgelegten Zeit oder nach dem nächsten Punkt darf sie wieder mitspielen. So bleiben alle Kinder beteiligt und niemand muss lange warten.
- In einer klassischen Variante bleiben getroffene Spieler*innen außerhalb des gegnerischen Feldes in einer Außenzone und dürfen von dort aus weiter versuchen, das andere Team abzuwerfen.
- Ein Wurf zählt nur, wenn der Ball die Person direkt trifft. Trifft der Ball zuerst den Boden und dann eine Person, zählt der Treffer nicht. Fängt eine Person den Ball direkt aus der Luft, bleibt sie im Spiel. Je nach Variante kann dann die werfende Person ausscheiden oder das fangende Team bekommt den Ballbesitz.
- Wichtig ist, dass nur unterhalb der Schultern geworfen wird. Würfe auf Kopf oder Gesicht zählen nicht und sollten sofort unterbrochen werden. Körperkontakt ist nicht erlaubt.
- Gewonnen hat das Team, das nach Ablauf der Spielzeit mehr Spielerinnen im Feld hat oder zuerst alle Spielerinnen des anderen Teams „verbrannt“ hat.
Spielmaterialien:
- 1 bis 2 weiche Bälle, zum Beispiel Softball oder Schaumstoffball
- Markierungen für das Spielfeld, zum Beispiel Hütchen, Seile, Kreide oder Taschen
- Optional: Leibchen oder Tücher zur Unterscheidung der Teams
Altersgruppe:
Ab 7 Jahren
Beigetragen von:
World Tour of Scout Movement, auf Grundlage der Begegnungen mit Pfadfinder*innen in Panama
Rezept Panama - Reis mit Hähnchen
Herkunftsland: Panama
Kurzbeschreibung:
Dies ist ein sehr traditionelles Gericht in ganz Panama. Es ist wirklich sehr einfach zuzubereiten und hat einen großartigen Geschmack. Der Name lautet „Arroz con pollo“, also Reis mit Hähnchen, was zugleich die beiden Hauptzutaten des Gerichts sind.
Zubereitungszeit: 30 bis 45 Minuten
Zutaten für vier Personen:
- 1 Tasse Reis
- 2 Tassen Wasser
- 2 Hähnchenbrustfilets
- Salz
- Achiote, Gewürz
- Erbsen
- Karotten
Zubereitungsschritte:
- Den Reis zusammen mit dem Wasser in einen Topf geben. Das Wasser sollte den Reis vollständig bedecken. Salz und Achiote nach Geschmack hinzufügen.
- Sobald das Wasser kocht, den Reis etwa 5 Minuten köcheln lassen. Dann die gewürfelten Karotten und die Erbsen hinzufügen und alles weitere 5 bis 10 Minuten köcheln lassen, bis das Wasser vollständig aufgenommen wurde und Reis und Gemüse gar sind.
- Währenddessen die Hähnchenbrustfilets in einen Topf mit Wasser geben. Auch hier sollte das Fleisch vollständig mit Wasser bedeckt sein. Salz nach Geschmack hinzufügen.
- Das Hähnchen bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten kochen, bis das Fleisch vollständig gegart ist.
- Sobald die Hähnchenbrustfilets gar sind, etwas abkühlen lassen. Danach das Fleisch zerkleinern und zum Reis geben.
- Den Reis zum Schluss mit Erbsen und gewürfelten Karotten garnieren.
Schwierigkeitsgrad: Einfach
Tipps und Variationen:
Du kannst auch andere Gewürze und Gemüsesorten verwenden.
Achiote, auch Annatto genannt, ist ein mildes Gewürz aus rötlichen Samen, das dem Reis Farbe und ein leicht erdiges Aroma verleiht.
Falls du es in deinem Land nicht findest, kannst du es grob ersetzen durch etwas Paprikapulver edelsüß und eine kleine Prise Kurkuma, vor allem für die Farbe.
Beigetragen von:
Raúl Sánchez Vaca, Panama
Aktion Panama - Reduce, Reuse, Recycle
Herkunftsland: Panama
Kurzbeschreibung:
Klimaschutz im Alltag, Reduce, Reuse, Recycle ist eine einfache Umweltaktion, die zeigt, dass Klimaschutz nicht nur aus großen politischen Entscheidungen besteht, sondern auch im Alltag beginnt. Die Teilnehmenden beschäftigen sich damit, wie sie Müll vermeiden, Dinge wiederverwenden und Materialien richtig recyceln können.
Die Aktion ist inspiriert von Umweltgedanken, die auch bei den Pfadfinder*innen in Panama eine wichtige Rolle spielen. Scouts Panamá ruft junge Menschen dazu auf, Teil der Lösung zu sein und durch Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln aktiv zu werden.
Ziel: Ziel der Aktion ist es, Kinder und Jugendliche für alltäglichen Klimaschutz zu sensibilisieren. Sie sollen verstehen, dass auch kleine Entscheidungen Wirkung haben können, zum Beispiel weniger Einwegverpackungen zu nutzen, Gegenstände länger zu verwenden,
Dauer: Etwa 45 bis 60 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 8 Jahren
Benötigte Materialien:
- Verschiedene saubere Abfallbeispiele, zum Beispiel Papier, Plastikflasche, Dose, Glas, Verpackung, alter Karton
- Drei Schilder oder Kisten mit den Begriffen: Reduce, Reuse, Recycle
- Optional zusätzliche übersetzte Begriffe: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln
- Papier oder Plakate
- Stifte
- Klebezettel oder Moderationskarten
- Optional: Schere, Kleber, Schnur, alte Verpackungen oder Stoffreste für eine kleine Upcycling-Aufgabe
- Optional: Müllsäcke und Handschuhe, falls eine kleine Müllsammelaktion integriert wird
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Zu Beginn erklärt die Gruppenleitung kurz die drei Begriffe Reduce, Reuse, Recycle.
Reduce bedeutet: weniger verbrauchen und Müll möglichst vermeiden. Beispiele sind eine wiederverwendbare Trinkflasche, eine Brotdose statt Einwegverpackung oder bewusstes Einkaufen.
Reuse bedeutet: Dinge wiederverwenden, statt sie sofort wegzuwerfen. Beispiele sind ein Glas als Stiftehalter, ein alter Karton als Aufbewahrungsbox oder Kleidung, die weitergegeben oder repariert wird.
Recycle bedeutet: Materialien so zu entsorgen, dass sie wiederverwertet werden können. Dafür müssen Abfälle richtig getrennt werden.
Danach werden die Teilnehmenden in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält verschiedene saubere Abfallbeispiele oder Karten mit Gegenständen. Die Aufgabe ist, diese den drei Bereichen Reduce, Reuse oder Recycle zuzuordnen. Wichtig ist: Manchmal gibt es mehrere richtige Antworten. Eine Plastikflasche kann recycelt werden, noch besser wäre aber, sie durch eine wiederverwendbare Flasche zu ersetzen.
Im nächsten Schritt sammelt jede Gruppe Ideen für den eigenen Alltag. Die Leitfrage lautet: Was können wir ab morgen konkret anders machen? Die Ideen werden auf Karten geschrieben und an ein Plakat gehängt.
Anschließend wählt die ganze Gruppe drei konkrete Aktionen aus, die sie in der kommenden Woche ausprobieren möchte. Zum Beispiel:
- Jede Person bringt eine eigene Trinkflasche mit.
- In der Gruppenstunde wird Müll getrennt.
- Es werden weniger Einwegverpackungen genutzt.
- Alte Materialien werden für Bastelaktionen wiederverwendet.
- Die Gruppe startet eine kleine Müllsammelaktion im Umfeld des Gruppenraums.
Zum Abschluss stellt jede Kleingruppe ihre wichtigste Erkenntnis vor. Die Gruppenleitung kann noch einmal betonen, dass Klimaschutz nicht perfekt sein muss, sondern durch viele kleine Schritte entsteht.
Tipps / Hilfestellungen:
Achte darauf, die Aktion positiv und motivierend zu gestalten. Es sollte nicht darum gehen, Schuldgefühle zu erzeugen, sondern Handlungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.
Link / Download:
https://scoutsdepanama.org/llamado-a-la-accion-por-el-cambio-climatico
Beigetragen von:
World Tour of Scout Movement, auf Grundlage der Begegnungen mit Pfadfinder*innen in Panama
Eindrücke.
Besonders schön war es, bei den Pfadfinder*innen in Panama zu erleben, mit wie viel Enthusiasmus, Freude und Gemeinschaftsgefühl sie zusammenkommen. Die Gruppenstunden waren lebendig, die Begegnungen herzlich und die Gespräche offen. Auch hier zeigte sich wieder, wie unterschiedlich Pfadfinden in jedem Land aussehen kann und wie vertraut es sich gleichzeitig anfühlt, wenn Menschen zusammenkommen, spielen, lernen, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft leben.
Am nächsten Morgen ging es für mich dann sehr früh weiter. Mit dem Tica Bus führte die Reise über Land Richtung Costa Rica. Ich verabschiedete mich von Panama mit vielen neuen Eindrücken: von einer Stadt zwischen Altstadt und Skyline, von herzlichen Pfadfinder*innen, vom Panamakanal als beeindruckendem Symbol weltweiter Verbindung und von Begegnungen, die einmal mehr gezeigt haben, wie stark Pfadfinden Menschen über Grenzen hinweg zusammenbringen kann.