Pfadfinden zwischen Folklore und herzlicher Gastfreundschaft
Mit dem Nachtbus führte mich meine Reise von Argentinien weiter nach Bolivien. Schon der Grenzübertritt war ein besonderes Erlebnis, denn mitten in der Nacht mussten wir den Bus verlassen und die Grenze zu Fuß überqueren. Noch etwas müde, aber voller Vorfreude auf das, was vor mir lag, setzte ich meine Reise fort, bis ich schließlich in Tarija ankam, einer Stadt im Süden Boliviens.

In Tarija durfte ich eine ganz besondere Form der Gastfreundschaft erleben. Dort gibt es schon seit vielen Jahren eine Partnerschaft zwischen unserer Pfadfinder:innenregion und den Pfadfinder:innen vor Ort. Diese Zusammenarbeit verbindet beide Organisationen bereits seit 2010 und baut sogar auf einer Freundschaft der Nationalleitungen auf, die schon 1987 entstanden ist. Gerade dadurch wurde spürbar, dass es sich nicht nur um ein einzelnes Treffen, sondern um eine über viele Jahre gewachsene Verbindung handelt, die von Vertrauen, gemeinsamen Werten und echtem Interesse füreinander getragen wird.

Deshalb war die Freude über das Wiedersehen mit bekannten Gesichtern auf beiden Seiten groß. Gleichzeitig boten die Begegnungen auch Raum für neue Kontakte, Gespräche und gemeinsame Erlebnisse. Der herzliche Empfang machte es mir leicht, mich in Bolivien direkt willkommen und aufgehoben zu fühlen.

Tarija selbst eröffnete mir spannende Einblicke in die Kultur des Landes. An einem Abend hatte ich die Möglichkeit, eine lokale Tanzschule zu besuchen und traditionelle Folkloretänze kennenzulernen. Es war beeindruckend zu sehen, wie stark Musik, Tanz und Gemeinschaft hier miteinander verbunden sind. Darüber hinaus ist Tarija bekannt als Weinregion Boliviens. Bei einem Besuch bei einem Winzer konnte ich mehr über die Besonderheiten des Weinanbaus und der Weinherstellung in dieser Region erfahren. Auch das war eine bereichernde Erfahrung, die mir noch einmal eine andere Seite Boliviens gezeigt hat.

Pfadfinden.

Ein besonderer Schwerpunkt meines Aufenthalts lag natürlich auf den Begegnungen mit den Pfadfinder:innen vor Ort. Am Wochenende durfte ich zwei Stämme bei ihren Gruppenstunden begleiten. Dort erwarteten mich viele Spiele, eine lebendige Atmosphäre und eine tolle Stimmung. Gleichzeitig konnte auch ich etwas aus unserer eigenen Pfadfinder:innenkultur mitbringen, indem ich einige Spiele vorgestellt und von anderen Traditionen und Erfahrungen berichtet habe. Gerade dieser Austausch machte die Treffen besonders wertvoll, weil er zeigte, wie viel uns verbindet, auch wenn wir aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen kommen.

 

Wie bei jedem unserer Stopps durften wir auch hier ein Rezept, eine Spielidee und eine besondere Pfadfinde*innenraktion aus Bolivien mitnehmen, als Inspiration für Gruppenstunden und interkulturellen Austausch.

Spiel Bolivien - Heimliche Liebe
Rezept Bolivien - Erbsen Mischung
Aktion Bolivien - Tierheim unterstützung
Mit den Gruppenleitern stand außerdem noch eine ganz besondere Aktion auf dem Programm. Gemeinsam fuhren wir zu einer Hütte, in der wir übernachteten und noch mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Wir kochten zusammen, badeten in einem Fluss und erkundeten bei Wanderungen die Umgebung. Diese gemeinsamen Stunden in der Natur schufen noch einmal einen ganz eigenen Rahmen für Gespräche, gemeinsames Lachen und echtes Miteinander.

Eindrücke.

Bolivien war für mich geprägt von wunderbarer Gastfreundschaft, echter Pfadfinderpower und vielen Begegnungen, die in Erinnerung bleiben. Die Mischung aus langjähriger Partnerschaft, kulturellen Einblicken und gemeinsamer Zeit in der Natur machte diesen Reiseabschnitt besonders intensiv und wertvoll.

Mit vielen schönen Erinnerungen im Gepäck ging meine Reise schließlich weiter. Die Bolivianer haben mir gezeigt, wie verbindend Pfadfinden über Ländergrenzen hinweg sein kann und wie herzlich Menschen einen empfangen, wenn Offenheit, Neugier und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Bleibt dran für weitere Berichte und Erlebnisse aus den kommenden Ländern unserer Tour 🎊