Andenüberquerung, Pfadfinden und farbenfrohe Landschaften

Argentinien war für mich ein spannender und intensiver Abschnitt meiner Reise durch Südamerika. Nach der eindrucksvollen Überquerung der Anden aus Chile begann dieses neue Kapitel zunächst in Mendoza. Dort verbrachte ich meine erste Nacht in Argentinien und nutzte den nächsten Tag, um mit frischen Empanadas die Stadt zu erkunden. Es war ein schöner erster Eindruck vom Land, bevor es am Abend schon weiterging, mit dem Nachtbus nach Córdoba, meinem nächsten Ziel und dem Ort, an dem mich die ersten Begegnungen mit argentinischen Pfadfinderinnen erwarteten.

In Córdoba und der umliegenden Region warteten abwechslungsreiche Erlebnisse auf mich. Vom zentralen Busbahnhof aus machte ich mich auf den Weg nach Río Ceballos, um dort die Pfadfindergruppe Arkani 896 zu treffen. Auch wenn ich zunächst im falschen Bus saß, kam ich dank der Hilfe anderer Mitfahrender doch noch ans richtige Ziel. Schon dieser kleine Moment zeigte, wie hilfsbereit und offen mir die Menschen in Argentinien begegneten.

In Río Ceballos angekommen, verbrachte ich einen wunderbaren Nachmittag mit der Gruppe. Wir tauschten uns über ihre Erlebnisse bei den Pfadfindern aus, sie zeigten mir ihren Pfadfinderplatz und führten mich auch durch die lokale Umgebung bis zu einem Wasserfall. Es war eine dieser Begegnungen, die einem lange in Erinnerung bleiben, voller Offenheit, Herzlichkeit und echtem Interesse am gegenseitigen Austausch. Am Abend ging es mit dem Bus zurück nach Córdoba, und sogar ganz unkompliziert bis in mein eigenes Stadtviertel.

Pfadfinden.

Ein weiteres Highlight war das Wochenende in Balnearia. Dort durfte ich unser Projekt bei einem Bezirkstreffen mit hunderten Teilnehmenden vorstellen. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder vor Ort beschäftigten sich an diesem Wochenende mit neuen Inhalten für ihre Altersstufen und nahmen an einer Schulung teil.

Gleichzeitig war die Atmosphäre geprägt von Gemeinschaft, Freude und Gastfreundschaft. Es wurde mit Holzkohle gegrillt, getanzt und bis tief in die Nacht gesungen. Für mich war es ein ganz besonderes Erlebnis, mitten in diese lebendige und herzliche Stimmung einzutauchen. Natürlich bot sich auch hier wieder die Gelegenheit, viele Interviews für unser Projekt zu führen und noch mehr über das Pfadfinden in Argentinien zu erfahren.

Wie bei jedem unserer Stopps durften wir auch hier ein Rezept, eine Spielidee und eine besondere Pfadfinde*innenraktion aus Argentinien mitnehmen, als Inspiration für Gruppenstunden und interkulturellen Austausch.

Spiel Argentinien - Hund in den Zwinger

Herkunftsland: Argentinien

Kurzbeschreibung:

Das Spiel „Der Hund in den Zwinger“ ist ein Fang und Staffelspiel für Kinder. Die Kinder bilden gemeinsam einen „Zwinger“, eine Person ist der „Hund“ und läuft. Wenn das Kommando gegeben wird, muss der Hund so schnell wie möglich in einen Zwinger zurückkehren. Wer zuletzt ankommt oder keinen Platz findet, verliert die Runde.

Spieleranzahl: Beliebig viele, es gibt keine Höchstzahl.

Dauer:
Je mehr Mitspielende dabei sind, desto länger kann das Spiel dauern.

Spielanleitung:

  • Die Spielenden bilden Paare. Eine Person geht in die Hocke und ist der „Hund“, die andere steht und bildet den „Zwinger“, also den Schutzraum oder Ausgangspunkt. Gemeinsam stellen sich alle in einem Kreis auf, der den Spielbereich markiert.
  • Eine Spielleitung oder die Gruppe selbst, ruft dann ein Kommando wie: „Hunde in eure Zwinger“. Es können auch genauere Ansagen gemacht werden, zum Beispiel: „Hund in den Zwinger links“, „Hund in den Zwinger rechts“ oder „Hund in irgendeinen Zwinger“.
  • Die Hunde laufen nun durch den Spielbereich, während die Zwinger, also die stehenden Personen, an ihrem Platz bleiben.
  • Sobald das Kommando gegeben wird, müssen alle Hunde schnell loslaufen und sich einen neuen Zwinger suchen, unter den sie sich stellen oder hocken können.
  • Der Hund, der keinen freien Zwinger findet oder als Letzter ankommt, verliert die Runde. Dieser Hund wird dann in der nächsten Runde erneut zum Hund, während der bisherige Zwinger dessen Partner bleibt.

Spielmaterialien:

Menschen zum Mitspielen, ein großer Platz zum Rennen und optional eine Pfeife für die Kommandos sowie Hula-Hoop-Reifen, um die Zwinger zu markieren.

Altersgruppe:
Für alle Altersgruppen geeignet.

Beigetragen von:
Ana Rubio, Argentina

   

Rezept Argentinien - Locro Eintopf

Herkunftsland: Argentinien

Kurzbeschreibung:

Locro ist ein traditioneller argentinischer Eintopf, der besonders an nationalen Feiertagen beliebt ist. Er wird mit weißem Mais, Bohnen, Kürbis und verschiedenen Fleischsorten zubereitet und steht sinnbildlich für die kreolische Küche des Landes.

Zubereitungszeit: 3 Stunden

Zutaten für vier Personen:

  • 300 g weißer Mais
  • 200 g Bohnen
  • 300 g Kürbis
  • 200 g Rindfleisch, zum Beispiel Brust oder Bratenfleisch
  • 200 g gesalzener Schweinebauch
  • 2 Chorizos
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Chiliflocken nach Geschmack

Zubereitungsschritte:

  1. Mais und Bohnen über Nacht einweichen.
  2. In einem großen Topf Mais und Bohnen kochen, bis sie weich sind.
  3. Den gewürfelten Kürbis hinzufügen und kochen, bis er zerfällt.
  4. Das klein geschnittene Fleisch und die Chorizos dazugeben und 1 bis 2 Stunden köcheln lassen.
  5. In einer Pfanne Zwiebel, Knoblauch, Paprikapulver und Chiliflocken anbraten und anschließend in den Eintopf geben.
  6. Weitere 15 Minuten kochen, mit Salz abschmecken und heiß servieren.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Tipps und Variationen:

Für eine gehaltvollere Variante können auch Kutteln, Schweinefüße oder weitere Fleischstücke hinzugefügt werden. Dazu passt eine scharfe Sauce aus Zwiebeln und Chili.

Vegetarische Variante:
Für eine vegetarische Version kann das Fleisch durch mehr Kürbis, Kartoffeln und Bohnen ersetzt werden. Geräuchertes Paprikapulver oder geräucherter Tofu sorgen zusätzlich für einen kräftigen, herzhaften Geschmack.

Beigetragen von:
Maxi Jabase, Córdoba, Argentinien

Bild von Locro Eintopf

   

Aktion Argentinien - Blutspende Initiative

Herkunftsland: Argentinien

Kurzbeschreibung:

Pfadfinderinnen und Pfadfinder in Argentinien organisieren gemeinsam mit Krankenhäusern, Blutbanken oder weiteren Partnern Blutspendeaktionen. Die Umsetzung sollte in einem vertrauten Umfeld, zum Beispiel auf dem Pfadfinderplatz, in einem Gemeindezentrum oder in einer Schule sein.

Ziel ist es, über die Bedeutung von Blutspenden aufzuklären, Vorurteile abzubauen und Menschen zu einer freiwilligen, regelmäßigen und solidarischen Blutspende zu motivieren. Die Initiative #Donantes wurde aufgebaut, weil nach der COVID-19-Pandemie die Blutspenden stark zurückgingen und sichere, wohnortnahe Alternativen gebraucht wurden.

Ziel: Bewusstsein für die Bedeutung von Blutspenden schaffen und gemeinsam mit lokalen Partnern eine konkrete Blutspendeaktion in sicherem, vertrautem Rahmen ermöglichen.

Dauer: ca. 4 Stunden

Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren

Benötigte Materialien:

  • Für die Blutspendeaktion: geeigneter Raum oder offener Platz mit ausreichend Fläche, Tische, Stühle, Liegen oder medizinische Ausstattung durch den jeweiligen Partner für die Blutspende, Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen
  • Für Organisation und Ablauf: Anmeldelisten, Stifte, Hinweisschilder, Zeitplan, Namensschilder für Helfende, Erste-Hilfe-Set, Hygienematerialien
  • Für die Öffentlichkeitsarbeit: Flyer, Poster, Social-Media-Grafiken, Infotafeln oder Banner zur Blutspendeaufklärung
  • Für Begleitung und Versorgung: Wasser, kleine Snacks oder stärkende Lebensmittel für Spenderinnen und Spender nach der Blutabnahme, Sitzgelegenheiten für die Ruhephase
  • Für Dokumentation: Kamera oder Smartphone für Fotos, Einverständnisse nach lokalen Vorgaben, Notizen zur Auswertung

Wichtig ist die Bedeutung von Aufklärungsmaterialien, Social-Media-Kommunikation sowie eines passenden Ortes mit genügend Platz, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Im Vorfeld

  1. Partner finden:
    Kontaktiert eine Blutbank, ein Krankenhaus, eine Stiftung, ein Hämotherapie-Institut oder eine andere medizinische Einrichtung, die die Blutentnahme professionell durchführen kann. In Argentinien wird ausdrücklich empfohlen, mit solchen Partnern zusammenzuarbeiten und gemeinsam Termin und Ablauf festzulegen.
  2. Datum und Uhrzeit abstimmen:
    Legt mit dem medizinischen Partner einen konkreten Termin fest. Achtet darauf, dass genügend Zeit für Aufbau, Registrierung, Blutspende, Ruhephase und Abbau bleibt.
  3. Geeigneten Ort auswählen:
    Sucht einen großen, gut zugänglichen Ort aus, zum Beispiel das Gelände der Pfadfindergruppe, ein Gemeindezentrum, eine Schule oder einen Nachbarschaftsraum. Wichtig ist, dass genug Platz vorhanden ist, damit der Ablauf ruhig und geordnet stattfinden kann.
  4. Team aufteilen:
    Verteilt Aufgaben innerhalb der Gruppe, zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Empfang, Wegbegleitung, Verpflegung, Betreuung vor Ort und Dokumentation. So kann die Aktion strukturiert und freundlich begleitet werden.
  5. Öffentlichkeitsarbeit starten:
    Informiert Familien, Nachbarschaft und lokale Gemeinschaft rechtzeitig über die Aktion. Nutzt soziale Netzwerke, Aushänge, persönliche Einladungen und Mundpropaganda. Es sollen verlässliche Informationen geteilt werden, über Mythen aufgeklärt und auch Menschen eingebunden werden, die selbst nicht spenden können, aber die Aktion bekannt machen.

 

Aktionstag und darüber hinaus

  1. Durchführung:
    • Raum vorbereiten und Stationen einrichten
    • Spenderinnen und Spender freundlich begrüßen
    • Registrierung und Ablauf gemeinsam mit dem medizinischen Partner begleiten
    • Menschen nach der Spende in den Ruhebereich begleiten und versorgen
    • Für eine offene, wertschätzende Atmosphäre sorgen
    • Fotos und Erfahrungen dokumentieren
  2. Nachbereitung:
    Reflektiert als Gruppe, was gut lief und was verbessert werden kann. Haltet fest, wie viele Menschen erreicht wurden, wie die Zusammenarbeit mit Partnern funktioniert hat und ob ihr eine weitere Aktion planen möchtet.
  3. Langfristig weiterdenken:
    Die Initiative in Argentinien versteht Blutspenden nicht als einmalige Aktion, sondern als Teil einer Kultur freiwilliger, altruistischer und regelmäßiger Spenden. Überlegt daher, wie aus einer Einzelaktion eine wiederkehrende Tradition werden kann.

Tipps / Hilfestellungen:
Arbeitet eng mit einem medizinischen Partner zusammen. Schafft durch einen vertrauten Ort sowie eine gute Begleitung eine Atmosphäre, in der sich Spenderinnen und Spender sicher und willkommen fühlen.

Link / Download:

Beigetragen von:
Scouts Argentina

Bild von Blutspende Initiative

   

Nach diesen intensiven Tagen in und um Córdoba ging meine Reise weiter in den Norden des Landes. Erneut stand eine Nachtbusfahrt an, dieses Mal nach Salta. Die Stadt beeindruckte mich mit ihrer spannenden Geschichte, die ich unter anderem im dortigen Museum näher kennenlernen konnte. Doch auch landschaftlich hielt diese Region einige unvergessliche Erlebnisse bereit.

Besonders eindrucksvoll war der Ausflug zum Cerro de los Siete Colores. Die farbigen Gesteinsschichten, die dort in den unterschiedlichsten Tönen leuchten, wirken fast unwirklich und machen die gesamte Landschaft zu einem außergewöhnlichen Naturerlebnis. Ebenso spektakulär waren die Salinas Grandes, ein riesiger Salzsee, der mit seiner Weite und seiner besonderen Atmosphäre tief beeindruckt. Schon die Fahrt dorthin war ein Abenteuer für sich, denn sie führte auf über 4.000 Meter Höhe und eröffnete immer wieder neue, atemberaubende Ausblicke.

Eindrücke.

Argentinien war für mich ein Land voller Kontraste, zwischen Städten, Naturwundern, langen Busfahrten und vor allem herzlichen Begegnungen. Immer wieder wurde ich offen empfangen, unterstützt und in Gemeinschaft aufgenommen. Gerade die Begegnungen mit den Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die Gespräche, das gemeinsame Lachen, Singen und Erleben, haben diese Zeit für mich besonders gemacht. Aus anfänglichen Kontakten wurden wertvolle Erinnerungen und neue Freundschaften.

Am Ende führte mich eine weitere Nachtbusfahrt schon weiter nach Bolivien, wo die nächste Etappe meiner Reise auf mich wartete. Doch Argentinien bleibt für mich als ein Land in Erinnerung, das mich mit offenen Armen empfangen hat.

Bleibt dran für weitere Berichte und Erlebnisse aus den kommenden Ländern unserer Tour 🎊